Diskursformate

(c) naivundnegativ

Kritische Diskurse bilden die Grundlage für gesellschaftliche Transformationen. Sie befördern Veränderungen, die gesamtgesellschaftlich getragen und vorangetrieben werden. Diskurse bilden Problematiken ab, generieren Ideen und schaffen Lösungen. Gemeinsam. Die Diskursformate, die im Vorfeld des Festivals in Zusammenarbeit mit den Künstler*innen entwickelt wurden, stellen eine inhaltliche Ergänzung zu ihren Positionen dar. Sie sollen die Themen des Festivals behandeln und sichtbar machen, was es zu hinterfragen gilt. 

Welche öffentlichen Räume wollen wir teilen? Welche wollen wir besetzten? Welche Räume müssen wir verteidigen, um welche lohnt es sich zu streiten? Welche Räume müssen reklamiert und welche neu belegt werden? 

Die verschiedenen Diskurse aus den Bereichen Urbanismus der Zellen, Urbane Akupunktur, spekulative Erinnerungskultur, Pluriversum der Commons und städtisches Grün, bilden in Form eines Austauschs mit Expert*innen und Referent*innen das Rahmenprogramm des Festivals. Die genannten Themen und Begriffe sollen auch als erläuternder Teil Raum in der Diskursreihe einnehmen und in Formaten, wie Orakel, Meinungsscreenings, Lecture- Picknicks, Tafel der Vernetzung u. a. dem Publikum und den Künstler*innen näher gebracht werden. Ziel soll ein generelles voneinander und miteinander Erkennen und Lernen sein. Angelehnt an das künstlerische Programm reicht das Spektrum der theo- retischen Rahmung dabei von Erinnerungskultur im öffentlichen Raum über Gentrifizierungsprozesse bis hin zu Eigentumskonzepten und Bodenfragen. Darüber hinaus möchten wir uns den diversen Herausforderungen für die Stadtpolitik, von rechter Architektur bis hin zu Fragen einer klimagerechten Stadt, sowie der sozialen Praxis der Commons widmen. 

Formate:

Offener Katalog der Orte (Pop-Up-Office)

IMPLANTIEREN hat sich seit seiner Gründung dem Aufspüren von Nischen gewidmet, die spezifische performative Ereignisse ermöglichen. Über die Jahre ist so ein Wissen entstanden, das nun auch über die Festivaldauer hinaus für Einzelkünstler*innen und -initiator*innen zugänglich und anwendbar gemacht werden soll, um die Aktivitäten der freien Szene nachhaltig zu stärken. Während der diesjährigen Ausgabe von IMPLANTIEREN wird in den Festivalzentren ein offener digitaler Katalog entstehen, der Orte archiviert und in ein Netz von potenziellen Anlaufstellen für Akteur*innen der Szene einbindet. Darüber hinaus soll gemeinsam über eine kontinuierliche ‘off-season’-Sichtbarkeit der freien Szene Frankfurts nachgedacht werden – möglicherweise in Form von regelmäßigen Projektimplantierungen, die durch ein Label oder eine Programmreihe gerahmt sein können.

Das Pop-Up Office ist offen:

21.08. 18.00 – 22.00 Festivalzentrum Frankfurt
29.08. 16.00 – 19.00 Festivalzentrum Darmstadt
05.09. 16.00 – 20.00 Festivalzentrum Offenbach

AQUARIUM (Eröffnungsveranstaltung) mit Victoria Schwab und Paola Wechs 
Das kurze und knackige Gespräch, inszeniert wie eine Talkrunde, wird aus dem Werkbund Forum in den öffentlichen Raum übertragen. Die Besucher*innen können die Referentinnen durch das Schaufenster des Werkbundes sehen, aber nur durch eine Übertragung hören. Dabei werden die Referentinnen Begriffe auf Karten erhalten und miteinander zu selbigen improvisieren. Auch die Besucher*innen erhalten die Möglichkeit, Begriffe aufzuschreiben und diese den Referentinnen durch den dafür vorgesehenen Schlitz in das Gespräch hereinzugeben.
Termin: 20.08. 20.00 Werkbund Forum Frankfurt | Rollstuhlgängig

LECTURE PICKNICK mit Victoria Schwab, Marie Neumann und Bettina Weber 
Im Anlagenring am Wasserhäuschen Fein Frankfurt finden sich Besucher*innen im Rahmen eines Lecture Picknicks ein und erhalten von Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen, tiefere Einblicke in unterschiedliche Perspektiven zu Themen wie: Fördermittelvergabe in der künstlerischen Sphäre aus Perspektive der Commons (Victoria Schwab, Commons Institute Bonn), Zukunftsschutzgebiete (Bettina Weber, Urbane Liga), Sozialräumliche Aneignung für Stadtgesellschaft (Marie Neumann, Konglomerat Dresden).
Termin: 21.08. 19.00 am Fein Wasserhäuschen, Frankfurt | Rollstuhlgängig

Für das Lecture Picknick bringt Euch bitte Eure eigenen Decken/Kissen/Sitzgelegenheiten mit, denn wir befinden uns immernoch in Corona Zeiten! Falls ihr Eure Getränke und Snacks nicht im Fein erwerben möchtet, bringt gerne Getränke und Snacks zum Lecture Picknick mit, wir werden, mit Abstand, eine der besten Büffet-Decken bereit halten.

ORAKEL zur Arbeit »SPECULATIV RUINS // RUINS OF SPECULATION«
Im basis e. V. Projektraum wird es eine mythische Zusammenkunft in der Stadt der Kapitalströme geben. Am Eingang des Raums findet sich ein Fra- genkatalog, aus dem sich die Besucher*innen Fragen aussuchen können, die sie einem Orakel stellen wollen. Im Orakel selbst werden dann Expert*innen zu diesen Fragen orakeln. Alle Antworten, die das Orakel gibt, werden im An- schluss auf einer Wand vor dem Raum gesammelt. 
Termin: 03.09. 19.30 – 21.30 basis e. V. Projektraum, Frankfurt | Nur eingeschränkt zugänglich

VEGETALES MEINUNGSSCREENING zu »Botanical Powwow – Micromuseum for the Future« mit Lara-Maria Mohr und Katharina Böttger 
Anhand von Objekten aus dem Micromuseum der Künstler*innen 431art wird ein Screening von Meinungen zu den Themen der klimagerechten Stadt und der städtischen Flora entstehen. Hierzu werden Expertinnen verschiedene Einblicke in diese Sphären ermöglichen.
Termine:
23.08. 15.00 Botanischer Garten Frankfurt | Rollstuhlgängig
29.08. 18.00 Osthang, Darmstadt | Rollstuhlgängig

INTERVIEW RUNDE Hier werden die Initiativen hinter den Festivalzentren zu ihrer Arbeit befragt. Sie können die Geschichte und den Hintergrund ihrer Entstehung erläutern und von ihrer aktuellen Arbeit berichten sowie Möglichkeiten und Problematiken ansprechen. 
Termine:
21.08. 16.00 Werkbund Forum | Rollstuhlgängig
28.08. 16.00 Osthang | Rollstuhlgängig
04.09. 16.00 Hauptbahnhof Offenbach | Nur eingeschränkt zugänglich

IMPLANTIEREN macht KOMPLIZ*INNEN Dieses Format soll am letzten Wochenende des Festivals eingeladene Initiativen und Akteur*innen zusammenbringen und an einer Tafel der Vernetzung für Austausch sorgen sowie eine punktuelle Verstetigung ermöglichen. 
Nur eingeschränkt zugänglich