Paradance

Frida Laux

»Paradance« ist ein Stück der Passagen. Die installative Arbeit lotet sorgfältig die subtilen Übergänge zwischen Praxis und Passivität, zwischen Handlung und Hingabe aus. Der begehbare Raum lädt seine Gäste dazu ein, in diesen Grenzbereichen zu verweilen und eine Fülle an Bewegungen im Stillstand zu entdecken. Aus jenen ergeben sich Para-Tänze: Sie sind vielfältig, imaginär und geteilt zwischen Körpern, menschlichen und mehr als menschlichen. Die Bewegungen dieser Tänze sind unsichtbar: Sei es, weil sie im Inneren eines offenen Körpers stattfinden, weil ihre Langsamkeit der Wahrnehmung entgeht, weil sie ihren Ort zwischen den Körpern haben, weil es sich um minoritäre Gesten handelt oder sie zu große Kreise für das Auge ziehen. In der Begegnung mit einem Buch, Objekten und Besucher*innen, mit denen der Raum geteilt wird, schlägt  die Arbeit Rituale und Praxen, sowie alltägliche Scores des Copings vor, um den Körper für die Bewegungen der Welt und das eigene Bewegtsein und Bewegtwerden darin zu öffnen und offen zu halten.

Termine:

28.08. 16.00 – 21.00 Osthang, Darmstadt
29.08. 16.00 – 21.00 Osthang, Darmstadt
30.08. 16.00 – 21.00 Osthang, Darmstadt

04.09. 16.00 – 21.00 Gelände des Seilerbahn e.V., Frankfurt
05.09. 16.00 – 21.00 Gelände des Seilerbahn e.V., Frankfurt
06.09 16.00 – 21.00 Gelände des Seilerbahn e.V., Frankfurt

Rollstuhlgängig
Die Installation ist bei freiem Eintritt und ohne Voranmeldung zugänglich, ggf. kann es zu kurzen Wartezeiten kommen.

Bei IMPLANTIEREN2020 sollte in Frankfurt im öffentlichen Raum auch die Arbeit »moved. BEWEGT. déplacé. (K)ein Spaziergang in Schwarzweiß« zur Aufführung kommen. Nachdem es jedoch im Verlauf des Probenprozesses wiederholt zu rassistischen Übergriffen durch Passant*innen auf die Performer*innen kam, haben die Kolleg*innen sich nachvollziehbarerweise dazu entschieden, die Vorstellungen ihrer Performance abzusagen (Statement der KünstlerInnen: https://implantieren-festival.de/moved-bewegt/). Die Ausmaße eines strukturellen Rassimus werden hier einmal mehr in ihren Ausschlussmechanismen deutlich. In den letzten Tagen haben wir erneut viel darüber gesprochen und nachgedacht, wie wir uns als weiße Künstlerinnen als Teil des Festivals aktiv antirassistisch positionieren und verbündet handeln können. Wir verstehen antirassistisches Commitment als einen dauerhaften und dringlichen Prozess, dem wir uns kontinuierlich verbunden und verpflichtet fühlen: unbedingt zuhören, das Unbehagen und die Verunsicherung aushalten, nicht in Schweigen und Lähmung verfallen, unsere eigene Perspektive, unser Denken, Handeln und Fühlen rassismuskritisch hinterfragen, komplexe Zusammenhänge verstehen, Ressourcen nutzen und teilen. An solche Ansatzpunkte erinnern wir uns gegenseitig und wollen sie einüben. Gleichzeitig findet durch den Ausschluss unserer Kolleg*innen eine Unterbrechung des Festivals statt, die wir nicht unbeachtet lassen möchten und durch die eine Leerstelle entsteht, die wir nicht wortlos füllen möchten. Deshalb laden wir am Sonntagabend den 30.08. ab 18.00 Uhr im Raum unserer Installation im Osthang in Darmstadt zu einem gemeinsamen, moderierten Gespräch zu antirassistischem Positionieren ein. Wir bitten um eine kurze Voranmeldung zum Gespräch unter implantieren@idfrankfurt.com.  
Frida Laux und Filomena Krause

Konzept und Text: Frida Laux
Raum: Frida Laux & Filomena Krause
Objekte: Filomena Krause
Buchdesign: Deniz Aksoy
Dramaturgische Begleitung: Carolina Mendonça & Ida Daniel
mit Texten von Katye Coe & Ana Dubljević
Ankündigungstext: Joshua Wicke

Frida Laux arbeitet zu Fiktionen des Somatischen. Ihr künstlerischer Ansatz ist geprägt von einem Interesse an alternativen Wissensformen und der Dekonstruktion normativer Wissenhierarchien. Sie studierte an der Folkwang Universität der Künste sowie am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen und arbeitet als freie Künstlerin und Vermittlerin.